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Kategorie: Angelesen (Seite 1 von 2)

Auszüge aus Magazin-Beiträgen von Volker Pesch, teilweise mit Links zu den vollständigen Artikeln

Nichts als Abfall?

Wie das Fleisch ins Futter kommt

Zu kaum einem Aspekt der Hundehaltung gibt es so viele Meinungen wie zur Ernährung. Manche schwören auf Dosenfutter vom Discounter, andere füttern nur kaltgepresstes Trockenfutter, wieder andere BARFen. HALALI-Autor Dr. Volker Pesch ist der Frage nachgegangen, welche tierischen Erzeugnisse im Hundefutter stecken.

Es begann mit roten Pusteln an den Innenseiten der Behänge. Zuerst kratzte sich der junge Rüde nur gelegentlich, dann immer häufiger und intensiver. Schließlich unterbrach er sogar das Schnüffeln mit tiefer Nase, von dem ihn sonst allenfalls ein abspringendes Reh abbringen konnte. Schnell war klar: der Hund hat eine Allergie. Es konnte alles Mögliche sein, etwa Hausstaubmilben, Nickel oder irgendwas im Futter, da geht es den Hunden wie den Menschen. 

Da die Pusteln nach Umstellung auf ein anderes Futter binnen weniger Tage verschwanden, ließ sich die Ursache auf die Nahrung eingrenzen. Und eine einfache Ausschlussdiät lenkte den Verdacht auf die tierischen Inhaltsstoffe. Aber was genau hatte die Allergie ausgelöst? War es das „Rind“ im kaltgepressten Trockenfutter? Der tiefgekühlte „Pansen-Mix“ vom BARF-Lieferservice? Oder das „Geflügelmehl“ in den Leckerli vom Discounter? Alles wäre gut möglich, denn Proteine von Rind und Huhn sind häufige Auslöser von Futtermittelallergien bei Hunden. 

Allerdings waren die Deklarationen der Inhaltsstoffe alles andere als eindeutig. Was bedeutete an dieser Stelle eigentlich „Rind“? Muskelfleisch, Innereien, Knorpel? Welche Arten von Pansen waren da gemixt? Und was für ein Geflügel war hier zu Mehl zerrieben worden? Andere Verpackungen in der Vorratsbox fürs Hundetraining wiesen „Lammprotein“ und „Rindertrockenfleisch“ aus, oder „Fleischproteine“ und „tierische Nebenerzeugnisse“. Die Frage drängte sich auf, wie das Fleisch ins Hundefutter kommt – oder vielmehr: welches Fleisch ins Hundefutter kommt. 

Futtermittel sind keine Lebensmittel

Wer sich über die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Tierfutterproduktion in Deutschland und Europa informiert, stößt auf eine unübersichtliche Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen: EU-Futtermittelhygieneverordnung, Futtermittelverordnung, Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch, HACCP-Grundsätze, Richtlinien für Heimtierfutter… Die Liste ist lang. Wer in die Texte schaut, begreift aber schnell, dass für Mensch und Tier sehr unterschiedliche Regeln gelten. Die wichtigste ist: Tierfutter ist kein Lebensmittel. 

Als Lebensmittel gelten nämlich nur Stoffe oder Erzeugnisse, die dazu bestimmt sind, von Menschen aufgenommen werden. Dazu gehören Speisen und Getränke aller Art und explizit auch Kaugummi, nicht aber Tierfutter. Sämtliche Stoffe oder Erzeugnisse sowie Zusatzstoffe, die zur oralen Tierfütterung bestimmt sind, werden unter dem Begriff Futtermittel zusammengefasst. Auch das Futter für Heimtiere wie Hunde und Katzen. Was zunächst nur als technische Definitionen daherkommt, hat weitreichende Folgen. Denn Futtermittel unterliegen folgerichtig nicht dem vergleichsweise strengen Lebensmittelrecht. An ihre Sicherheit werden deutlich geringere Anforderungen gestellt. 

[…]

Lesen Sie weiter in Halali Nr. 3/2021

Hoffnung für den Hamster

Noch vor wenigen Jahrzehnten galt der Feldhamster in Europa als Schädling. Mit allen Mitteln wurde ihm nachgestellt, seine Bälge waren begehrte Rauchwaren und mancherorts wurden staatliche Fangprämien gezahlt. Hamsterjagd konnte lukrativ sein. Heute ist der kleine Nager vom Aussterben bedroht. Aber es gibt auch effiziente Schutzmaßnahmen, wie HALALI-Autor Dr. Volker Pesch zeigt.

Wenn sich Kinder einen Hund wünschen, bekommen sie nicht selten einen Wellensittich, ein Meerschweinchen oder einen Goldhamster. Sie sollen erst einmal lernen, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen, heißt es dann. Eltern können grausam sein. Besonders der Goldhamster macht es den kleinen Tierhaltern nämlich alles andere als leicht. Tagsüber schläft er tief eingemummelt in seiner Höhle aus Sägespänen und Wolle und widersetzt sich allen Kuschelversuchen, des nachts hingegen lässt er unaufhörlich das Laufrad rattern. Derart fit gehalten kann das putzige Tierchen durchaus 20 Monate alt werden – was nicht jeder Knirps bis zum Ende durchsteht: Manch ein Goldhamster wird frühzeitig in die Freiheit des heimischen Vorgartens entlassen.

Außerhalb von Kinderzimmern drehen viele Goldhamster in Versuchslaboren am Rad. Die Wildform hingegen ist selten geworden. In seiner vorderasiatischen Heimat nehmen die Bestände kontinuierlich ab, Gründe dafür sind die anhaltende Flächenversiegelung und die intensive Bekämpfung durch Bauern, die in dem putzigen Tierchen vor allem einen fiesen Schädling sehen. Von der Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature) wird der Syrische Goldhamster, so die vollständige Bezeichnung, seit einiger Zeit als gefährdet eingestuft. 

Auf der Roten Liste

Genau wie sein europäischer Verwandter, der Feldhamster. Der gilt schon seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als bestandsgefährdet. Einstmals bewohnte der kleine Kulturfolger weite Teile Europas und auch Teile Asiens, von den Niederlanden bis Sibirien. Aber überall sind sie Populationen massiv geschrumpft, vielerorts sind sie bereits erloschen. Mitte des vergangenen Jahres veröffentlichte die IUCN ihre Einschätzung, dass der Feldhamster spätestens in 30 Jahren ausgestorben sein wird, wenn nicht zeitnah effiziente Schutzmaßnahmen ergriffen werden. […]

Lesen Sie weiter in Halali Nr. 2/2021

Paludikultur – Landwirtschaft im Moor

Die Renaturierung land- und forstwirtschaftlich genutzter Moore ist vielerorts erklärter Wille. Für den Klimaschutz ist das ein effizientes Mittel, birgt aber auch erhebliches Konfliktpotenzial. Deswegen forschen Wissenschaftler an neuen Formen der nassen Landwirtschaft. Nicht absehbar sind die Folgen für Wild und Jagd, wie HALALI-Autor Dr. Volker Pesch beschreibt.

Das Ding erinnert an die Pistenraupe aus dem letzten Skiurlaub. Und das ist kein Zufall: es ist eine Pistenraupe. Zumindest ist das Fahrzeug dereinst zu diesem Zweck hergestellt worden. Es wäre also keiner besonderen Erwähnung wert, befänden wir uns nicht im Peenetal, in Mecklenburg-Vorpommern, im äußersten Nordosten der Republik. Der letzte nennenswerte Schneefall liegt hier bald zehn Jahre zurück, und das Land ist flach wie die Flundern in der nahen Ostsee. Skipisten werden hier auch in absehbarer Zukunft nicht angelegt. 

Die Raupe arbeitet sich vielmehr durch eine mit Schilf bestandene Wasserfläche. Sie ist zum Erntefahrzeug mit Spezialketten aus Gummi und einem Häckselwerk umgebaut worden. Bei sämtlichen Herstellern von Erntetechnik fand sich keine geeignete Maschine, denn die Ernte von Schilf ist nicht nur hierzulande eher ein Nischengewerk. Schilf wird nahezu ausschließlich als traditionelles Material zum Dachdecken genutzt. Deswegen wird es üblicherweise auch nicht als landwirtschaftliche Kultur angebaut, sondern nach Bedarf in natürlichen Beständen am Rand von Gewässern geschnitten.

Aber das könnte sich bald ändern. Denn Schilf kann mehr. Die Fasern der bis zu 4 Metern hohen Stengel binden Lehmputz und dienen als Rohstoffe von natürlichen Dämm- und Bauplatten. Und gehäckselter Schilf liefert hochwertige Biomasse zur Energiegewinnung. Hier, im Peenetal, wird praktisch erprobt, was Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis ist: Der Anbau von Schilf kann wirtschaftlich durchaus ertragreich sein. Das Stichwort, mit dem sich solcherart Hoffnungen verbinden, lautet „Paludikultur“. […]

Lesen Sie den gesamten Artikel in HALALI Nr. 1/2021 ab S. 114 unter diesem Link.

Die Erfindung einer Tradition

Über Hubertusmessen und deren Namensgeber als Schutzpatron der Jagd 

Der heilige Hubertus wird im deutschsprachigen Raum als Schutzpatron der Jagd verehrt, und der 3. November wird als Hubertustag begangen, mit Hubertusjagden und jagdlich geschmückten Hubertusmessen. Dabei wurde dem Bischof von Lüttich diese Verehrung erst nach Jahrhunderten zuteil. Und die Tradition der Hubertusmessen ist sogar eine moderne Erfindung.

Von Volker Pesch

Rund um den Hubertustag schmettern die Hörner. Historisch uniformierte Musiker blasen druckvoll in geschwungene Parforcehörner, unterstützt von Bläsergruppen mit Jagd- oder Waldhörnern. Tannengrün, Tierpräparate und Trophäen schmücken auch evangelische Kirchen, als sei hier die Heiligenverehrung in Theologie und Liturgie nie abgeschafft worden. Frauen und Männer im grünen Rock ziehen feierlich ein und nehmen im Chorraum Platz, wo ehedem nur Kleriker, Ordensbrüder oder adelige Herren saßen. In den Predigten geht es um nicht weniger als die Bewahrung der Schöpfung und den Wert jeglicher Kreatur. Den heimlichen Spruch aller Hubertusmessen dichtete Oberförster Oskar von Riesenthal im Jahre 1880: „Das ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt sein Wild. Waidmännisch jagt, wie sich’s gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt!“

So weit, so stimmungsvoll. Aber was wie eine uralte, heute manchmal etwas archaisch anmutende Tradition daherkommt, ist tatsächlich vergleichsweise jung […]

Weiterlesen in:
Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung, Nr. 43/2020 oder hier als jpg

Der kahlköpfige Rabe

Der Kormoran galt hierzulande schon als ausgerottet. Dank vieler Artenschutzbemühungen haben sich die Bestände in den letzten Jahrzehnten wieder erholt, aber nicht selten gehen die schwarzen Vögel massiv zu Schaden. Auf der Basis von Ausnahmeregelungen dürfen sie vielerorts wieder bejagt werden.

Text: Dr. Volker Pesch

Foto: Halali

Er ist nicht einmal im Prachtkleid farbenfroh, seine Stimme klingt heiser bis krächzend, und auf Speisekarten findet man ihn eher selten. Selbst der gute alte Taschenatlas der Vögel, seit den Sechzigerjahren Standard im Bücherregal aller Hobbyornithologen, kann dem Vogel wenig abgewinnen: „Dieser schwarze, grünlich glänzende Bursche richtet manchen Schaden an“, heißt es dort, „und trotzdem schützen wir ihn. Schon sein Äußeres ist etwas exotisch […].“ Als Nahrungskonkurrent wurde er über Jahrhunderte scharf bejagt und galt im mitteleuropäischen Binnenland um 1920 als nahezu ausgerottet.

Im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnten sich aber wieder größere Populationen etablieren, heute gelten die Bestände als stabil. Das ist ein Erfolg des Artenschutzes. Aber Angler, Fischer und Teichwirte wollten dem gefiederten Fischräuber am liebsten wieder den blutigen Garaus machen. Und weil manch ein Umweltminister diesem Anliegen nicht ganz ablehnend gegenüberstand und seinem Bundesland bereits ein „Management“ verordnet hatte, haben ihn NABU und LBV 2010 sicherheitshalber zum Vogel des Jahres gekürt. Eine Provokation, die viel Aufmerksamkeit gebracht, aber die Diskussion nicht eben versachlicht hat…

Lesen Sie den gesamten Beitrag in HALALI Nr. 4/2020 ab S. 122 oder hier als pdf.

Baumeister und Baumfäller

In: HALALI Nr. 2/2020

Der Biber war in Deutschland nahezu ausgerottet. Seine Wiederansiedelung gehört zu den großen Erfolgsgeschichten des Natur- und Artenschutzes. Aber wo Biber leben, kommt es oft auch zu erheblichen Schäden. Vielerorts wird der Ruf nach Bejagung lauter. Halali-Autor Dr. Volker Pesch über ein Wildtier zwischen Faszination und Polarisierung.

Den vollständigen Beitrag aus HALALI Nr. 2/2020 finden Sie unter diesem Link.

Ein Biotop als Wirtschaftsbetrieb

Im äußersten Nordosten der Republik liegt der Landkreis Vorpommern-Greifswald. Gut zwei Autostunden von Berlin entfernt bewirtschaftet eine Familie das historische Kirchengut Strellin als ökologisch ausgerichteten Betrieb.

Für heute ist die Jagd vorbei. Hinter dem Feldgehölz in meinem Rücken hat längst die Sonne ihren Tageslauf begonnen und wärmt schon spürbar. Ein letztes Mal leuchte ich die Flächen ab, bleibe kurz bei einer Ricke hängen, die sich vertraut den frischen Klee schmecken lässt, schwenke am schilfbestandenen Rand des Bruchs entlang bis zu der dichten Hecke aus Schlehen, Holunder und Weißdorn, die das Revier nach Westen hin begrenzt und lasse das Glas schließlich sinken. In den nächsten zwei oder drei Stunden wird hier kein Bock mehr kommen. Also recke und strecke ich mich und gähne dabei lauthals einen Gruß in den frühen Julimorgen. Die Ricke wirft auf, scheint das Geräusch aber nicht bedrohlich zu finden. Leise entlade ich die Büchse, packe meine sieben Sachen zusammen und baume ab.
Querfeldein gehe ich in Richtung Gutsanlage und … (lesen Sie hier weiter)

Im Wolfserwartungsland

Der Europäische Grauwolf siedelt und jagt wieder in Deutschland. Unter denen, die alltäglich mit dem neuen Nachbarn leben müssen, ist die Willkommensfreude verhalten. Halali-Autor Volker Pesch hat sich [Ende 2015] in Mecklenburg-Vorpommern angeschaut, was die Rückkehr der Wölfe heute und in naher Zukunft für Schäfer, Landwirte und Jäger bedeutet.

Zuerst war das Wort nur ein bitterböse Pointe: Wolfserwartungsland, das stand für entleerte ländliche Räume und sterbende Dörfer im Osten der Bundesrepublik. Ein Finger in jenen Wunden, die Soziologen und Raumplaner gerne als Folgen des demographischen Wandels schönreden. Wo Menschen keine Lebensgrundlage mehr finden und abwandern, das sollte damit ausgedrückt werden, siedeln sich bald wieder Wölfe an. „Ostdeutschland war in den letzten 25 Jahren bereits das Labor für Niedriglöhne, Tarifflucht und Abwanderung“, warnte beispielsweise Helmut Holter, Fraktionschef der Linken im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, „es darf jetzt nicht Wolfserwartungsland werden.“ Ein kräftiges Bild ist das, und es leuchtet politisch unmittelbar ein. Wildbiologisch betrachtet hat es allerdings einen Fehler: Die Wölfe siedeln sich nämlich auch dort an, wo Menschen leben.

Weiterlesen in HALALI Nr. 1/2016 oder hier als pdf

Raubtier mit Pferdekopf

Ein großes Raubtier kehrt nach Deutschland zurück. Doch mit der Population wachsen die wirtschaftlichen Schäden, und mit den Schäden der Streit. Die einen fordern Schutz und Monitoring, die anderen Jagd und Regulierung. Nein, die Rede ist nicht vom Wolf. Halali-Autor Dr. Volker Pesch hat sich vielmehr mit der Kegelrobbe an der Ostseeküste beschäftigt.

Ein einzelner Höckerschwan zieht vorbei. Das rhythmische Schlagen seiner Schwingen hatte ihn angekündigt, lange bevor der weiße Vogel selbst auszumachen war. Es ist an diesem Aprilmorgen das einzige Geräusch, die einzige Bewegung über dem Greifswalder Bodden. Abgesehen vom Tuckern des Dieselmotors und dem Kielwasser des Kutters. Selbst die Möwen scheinen noch zu schlafen. Weit voraus am Horizont zeichnet sich schemenhaft die kleine Insel Greifswalder Oie ab. An backbord wird die Steilküste von Mönchgut erkennbar, an steuerbord verwandelt die aufgehende Sonne die Schornsteine des ehemaligen Kernkraftwerks von Lubmin in weithin sichtbare Landmarken. 

Hier, an der seewärtigen Grenze des Biosphärenreservats Südost-Rügen, liegen die Fischgründe eines der letzten Küstenfischer. Sein Name tut nichts zur Sache, also nennen wir ihn einfach „Jochen“, mit langem O, wie es in Vorpommern üblich ist. Üblich wie das orange Ölzeug als Schutz gegen Wetter und Fischschuppen, üblich wie die Gummistiefel und der Stoppelbart, der in Form und Farbe an eine Spülbürste aus dem Bioladen erinnert. Dieser Jochen ist nur eine Erfindung des Autors, aber er steht stellvertretend für einen Berufszweig, der die Region einst wirtschaftlich und kulturell geprägt hat und heute zwischen Fangquoten, Nachhaltigkeitszertifikaten und Weltmarktpreisen aufgerieben wird. 

Sein Alter ist schwer zu schätzen, er ist sicher nicht mehr der Jüngste. Obwohl er das schon ewig und drei Tage macht, ist ihm die aufmerksame Anspannung anzusehen, während er eine seiner Reusen ansteuert. Deren hölzerne Stengen sind ins flache Wasser an den Rand einer Untiefe gerammt. Die Topografie des Meeresgrundes zwingt hier die Fische aufzusteigen und leitet sie in die Netze. Jochen drosselt den Motor. „Werden gleich sehen, ob die Viecher heut Nacht wieder dranwaren“, grummelt er, während das Boot mit letztem Schwung auf die wackelige Konstruktion zutreibt.

Weiterlesen in HALALI Nr. 1/2019

Die Eichen von Ivenack

Vertrautes Damwild, heimliche Muffel und glückliche Schweine: unter den 1000jährigen Eichen von Ivenack lässt es sich gut leben. Jetzt sind die Baumriesen in Mecklenburg-Vorpommern zum ersten Nationalen Naturmonument Deutschlands erklärt worden. Halali-Autor Volker Pesch hat sich das vor Ort angesehen.

Die Sau grunzt auffordernd. Kurz äugt sie den Besucher an, als erwarte sie eine besondere Leckerei, vielleicht einen Apfel oder auch ein belegtes Brot mit Käse. Aber diesen Besucher erweichen die Schweinsäuglein nicht, er wirft ihr nur eine Handvoll Mais aus dem Futterautomaten hin, alles andere wäre auch nicht gerne gesehen. Also wendet sich die Sau wieder den Eicheln zu, die der Sturm der letzten Nacht vorzeitig vom Baum gerissen hat. Genüsslich nimmt sie eine nach der anderen auf. Man ist versucht zu glauben, dass diese Sau um ihr Glück weiß. Sie zählt nämlich nicht nur zur alten Rasse der Turopolje-Schweine, die als besonders umgänglich gelten und sich kaum aus der Ruhe bringen lassen, sondern sie lebt auch unter den vielleicht ältesten Eichen Europas, den 1000jährigen Eichen von Ivenack. Und sie kennt ganz sicher nicht die alte Fleischerweisheit, dass unter alten Eichen die besten Schinken wachsen.

Weiterlesen in HALALI Nr. 4/2016 oder hier als pdf

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