Unter den zeitgenössischen Jagdmalern und -schriftstellern ist der Arzt Dr. Jörg Mangold längst eine feste Größe. Seine Bilder und Texte erscheinen in namhaften Zeitschriften (darunter auch Halali), als Künstler ist er in Gruppen- und Einzelausstellungen vertreten, der Handel listet unter seinem Namen eine bemerkenswerte Reihe von Publikationen. Für seine Verdienste um die Jagdkultur wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Neben dem hier vorgestellten Buch ist bei Kosmos zuletzt auch ein großformatiger Kalender für 2025 erschienen, mit stimmungsvollen Aquarellen, die Eindrücke von Pirschgängen festhalten.

„Im Hier und Jetzt“ versammelt rund 60 mit Bildern des Autors illustrierte Texte. Das sind keine typischen Jagderzählungen, es geht also nicht zuvorderst um die Tücken der Jagd, die List des Waidmanns oder die Freude der Erlegung. Es sind vielmehr kurze, flüssig und unterhaltsam erzählte, mitunter anekdotische Geschichten und Erinnerungen aus einem langen Jägerleben. Mangold greift so unterschiedliche Themen wie Hirschbrunft, Bergjagd, Vogelstimmen, Trophäen, Herbstgedichte oder Borkenkäfer auf, aber auch die Ratte im Schlafzimmer oder eine Diskussion über Mäuseköder unter Kundinnen einer Metzgerei kommen vor.

Meist bleibt es nicht bei der Erzählung. Die dient dem Autor oft nur als Aufhänger für Gedanken und Reflexionen, die über den Tag hinaus tragen. Denn Jörg Mangold ist ein „Mann vom alten Schlag“, so wird im Vorwort gesagt, einer, dem das Einfühlen in die Natur und der Respekt gegenüber allen Mitgeschöpfen viel wichtiger ist als das Beutemachen. Aus dieser Grundhaltung erwächst seine Kritik an moderner Schnelllebigkeit, Technikverliebtheit und Naturvergessenheit. So sind manche dieser Gedanken und Erinnerungen mit deutlichem Augenzwinkern erzählt, andere auch mit erhobenem Zeigefinger.

Jörg Mangold: Im Hier und Jetzt. Gedanken und Erinnerungen eines Jägers, Kosmos-Verlag 2024, 199 Seiten gebunden, 36,00 Euro