Holla_die_Wildfee nennt sich Isabelle Bulling in ihren Social Media-Kanälen und bedient auf Tiktok, Instagram & Co. jeweils einige Tausend Follower mit Beiträgen rund um die Gewinnung und Verwertung von Wildbret. Der Name zeugt nicht nur vom Humor der jungen Jägerin, studierten Agrarwissenschaftlerin und Fleischermeisterin, sondern auch von einem guten Sinn für (Selbst-)Vermarktung. Dem ist auch das Schlusskapitel ihres Buches „Erlegen – Versorgen – Vermarkten“ gewidmet. 

Zunächst stellt die Autorin den engen rechtlichen Rahmen dar, in dem wir Jägerinnen und Jäger uns bewegen, wenn wir Wildbret an Wildhändler, Gastronomie oder Endverbraucher abgeben. Die Grundzüge sollten noch aus der Jägerprüfung bekannt sein; allerdings geht Bulling tiefer in die Details, weist auf Änderungen in den letzten Jahren hin und gibt einige systematische Übersichten, die sich auch als Checklisten nutzen lassen. Auch Fragen zur Etikettierung oder zur Produkthaftung werden beantwortet.

In den weiteren Hauptkapiteln befasst sie sich mit der Gewinnung des Wildbrets auf der Jagd, von der waidgerechten Erlegung bis zum Erkennen bedenklicher Merkmale, und mit den Eigenschaften des Fleischs der unterschiedlichen (heimischen) Wildtiere: Wie ist Muskelfleisch aufgebaut? Was hat Einfluss auf den Geschmack? Wie zerteilt man eine Keule und wie lassen sich die Teile verwenden? Hier kann die Fleischermeisterin natürlich punkten.

Das Buch liefert alles in allem kein neues Wissen, fasst aber alles Wissenswerte zum Thema kompakt und aktuell zusammen. Rund 160 Farbfotos aus Bilddatenbanken lockern das Layout auf. 

Isabelle Bulling: Erlegen – Versorgen – Vermarkten. Vom Jagdrevier bis zur Kundschaft, Franckh-Kosmos Verlag 2025, 152 Seiten gebunden, 30,00 Euro