
Die Nachsuche auf krankes Wild gehört zu den Grundpfeilern waidgerechter Jagd. Ganz gleich, ob ein beschossenes Stück nicht im Feuer liegt oder ob ein Wildtier bei einem Verkehrsunfall verletzt wurde. Trotz aller Technik gibt es hier nach wie vor nichts Effizienteres als ein erfahrenes Gespann aus Hundeführer und Schweißhund. Wobei die Betonung auf „erfahrenes“ liegt: Die Arbeit auf der Wundfährte verlangt auf beiden Seiten des Riemens Können, Übung und gute Kondition. Glücklicherweise gibt es landauf, landab professionelle Gespanne, die alles stehen und liegen lassen, wenn sie zur Nachsuche gerufen werden.
Und wenn Frank Rakow, seit einem halben Jahrhundert Jagdjournalist und ehemals Chefredakteur der „Deutschen Jagdzeitung“ und von „Jagen weltweit“, solche Hundeführer bittet, aus ihrer Praxis zu erzählen, sind sie natürlich dabei: bekannte „alte Hasen“ wie Uwe Tabel oder Hellmut Schulze ebenso wie gegenwärtig aktive Rüdemänner, etwa Stefan Mayer, Dirk Nass oder Michael Hock. Dass die Schweißarbeit schon lange keine Männerdomäne mehr ist, zeigen Daniela Mayer und Tatjana Puchmüller eindrucksvoll.
Insgesamt 18 Autorinnen und Autoren haben Beiträge beigesteuert. Man erfährt darin vieles über Hund, Mensch und Wild. Manches lässt einen staunen, anderes schmunzeln. Interessant ist, dass diese Profi-Riege keineswegs nur „klassische“ Schweißhunde wie Hannoverscher Schweißhund, Bayerischer Gebirgsschweißhund oder Alpenländische Dachsbracke führt, sondern beispielsweise auch Steirische Rauhhaarbracke, Teckel oder Deutsch Drahthaar. Wenn es denn ein Resümee aller Beiträge im Buch gibt, dann vielleicht dieses: Im Zweifel vertraue Deinem Hund.
Frank Rakow (Hrsg.): Auf der Nachsuche. Deutschlands bekannteste Hundeführer erzählen, Kosmos Verlag 2024, 167 Seiten gebunden, 24,00 Euro
Schreibe einen Kommentar